Der Igel

17.11.2014 | Die in unseren Breiten beheimateten Igel versuchen die letzten warmen Nächte damit zu verbringen sich noch etwas Gewicht anzufressen und ein geeignetes Quartier für die kalten Wintermonate zu finden. Nähere Informationen finden Sie hier!

Die Tage werden immer kürzer und kühler. Die Natur bereitet sich auf den Winter vor. Viele Tiere bringen Futterreserven in ihre Bauten ein bzw. fressen sich einen Winterspeck an.

Auch die in unseren Breiten beheimateten Igel versuchen die letzten warmen Nächte damit zu verbringen sich noch etwas Gewicht anzufressen und ein geeignetes Quartier für die kalten Wintermonate zu finden.

Was kann der Mensch tun, um die Igel in diesen Vorhaben zu unterstützen?

Grundsätzlich handelt es sich bei Igel um Wildtiere, die die Hilfe des Menschen nicht benötigen. In erster Linie helfen wir ihnen am besten, wenn wir unsere Gärten igelfreundlich gestalten.

Der igelfreundliche Garten:

  • hier haben Schädlingsbekämpfungsmittel und Schneckenkorn nichts verloren
  • die Bepflanzung sollte hauptsächlich einheimische Sträucher und Stauden beinhalten und reich strukturiert sein. Durch eine dicke Mulchschicht unter den Büschen wird der Grundstein für ein abwechslungsreiches Futterangebot gelegt – Igel fressen hauptsächlich Insekten und Weichtiere
  • Zäune und Mauern, die rund um den Garten ausgeführt sind, sollten Durchlässe vorweisen, damit die Igel ungehindert zwischen den Gärten wechseln können
  • nicht nur als Winterquartier, sondern auch als Schlafmöglichkeit unter Tags, werden Reisighaufen und Holzstöße gern angenommen. Reine Laubhaufen sind meist zu feucht und bieten zu wenig Schutz

Achtung:

  • wenn Sie unter Sträuchern, oder Hecken Mäharbeiten durchführen, passen Sie bitte auf, dass Sie keine Igel unabsichtlich verletzen, oder hochschrecken
  • besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie Kompost- oder Grünschnitthaufen umsetzen – es kann vorkommen, dass sich Igel im Inneren aufhalten (Winterschlaf, Jungenaufzucht)
  • lagern Sie bitte keine alten Zäune, Drahtrollen, Plastikplanen, oder sogar elektrische Weidezäune unsachgemäß im Garten - die Igel könnten sich verfangen, verletzen und qualvoll zu Tode kommen
  • Lichtschächte, Kellerstiegen, Gruben und Schwimmbecken sind Fallen für Igel und viele weitere Gartenbewohner - hier kommen sie meist ohne Hilfe nicht mehr heraus – decken Sie diese je nach Möglichkeit ab, oder schaffen Sie mit Hilfe eines Holzbrettes eine Ausstiegshilfe

Was machen, wenn Sie einen verletzten oder in Not geratenen Igel finden?

Igel gehören zu den Wildtieren, somit ist das Fangen und die Haltung nach dem Wiener Naturschutzgesetz, nicht gestattet. In Österreich gibt es zwei Arten, den Braunbrust- und den Weißbrustigel, wobei der Weißbrustigel als stark geschützte Art gilt.

Es gibt wenige Ausnahmen, wann es doch gestattet ist, sich des Igels anzunehmen.

  • bei kranken oder verletzten Igeln
  • bei untergewichtigen Igel im Spätherbst
  • bei noch nicht selbstständigen Jungigeln ohne Mutter

Falls Sie einen Igel finden, der in eine dieser drei Kategorien hineinfällt, melden Sie dies bitte der nächsten Tierklinik bzw. dem nächsten Tierarzt. Diese können Ihnen Auskunft über Pflegestationen, bzw. hilfreiche Tipps für das Aufpäppeln bzw. Überwintern geben.

Im Herbst sieht man des Öfteren Jungigel (so klein, dass diese auf der Handfläche bequem Platz hätten) auch tagsüber durch den Garten streifen um nach Nahrung zu suchen. Bitte nehmen Sie diese nicht aus falsch verstandener Tierliebe auf. Nur wenn diese auffallend unterernährt (weniger als 500g Körpergewicht), bzw. verletzt sein sollten, besteht die Notwendigkeit sich der Igel anzunehmen. Bitte kontaktieren Sie unbedingt eine Tierklinik, Tierarzt oder Igelhilfe. Igel sollten nur mit speziellem Igelfutter (im Fachhandel erhältlich), oder Katzenfutter und frischem Trinkwasser versorgt werden. Bitte füttern Sie auf keinen Fall Milchprodukte, Rosinen, Nüsse oder sonstige pflanzliche Nahrungsmittel.

Jungigel, Gewicht weniger als 300g: starkes Untergewicht. Kann nicht selbstständig überwintern. Tierklinik, Tierarzt, bzw. Igelhilfe kontaktieren.

Jungigel, Gewicht weniger als 500g: leichtes Untergewicht: dem Igel Futter anbieten, aber im Garten belassen.

Erwachsener Igel, Gewicht weniger als 900g: Untergewicht, eine Zufütterung im Garten kann erfolgen, außer wenn der Igel krank oder verletzt sein sollte, dann bringen Sie den Igel bitte zum nächsten Tierarzt, oder zur Igelhilfe.

Bei Fragen steht Ihnen die Tierschutzombudsstelle Wien gerne zur Verfügung.

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