Tierschutz beginnt bei jedem/r einzelnen

© Martina Koppensteiner© Martina Koppensteiner

Tierschutz beginnt bei jedem/r einzelnen - es lohnt sich, Verantwortung zu übernehmen!

Es gibt eine ganze Bandbreite an Konsumgütern, die auf Produkte von/aus Tieren zurückzuführen sind - beginnend beim täglichen Frühstücksei bis zur Anschaffung von Jacken, Bettzeug oder Schuhen. Bei all diesen Produkten bewusst einzukaufen und darauf zu achten, dass wir mit unseren Einkäufen Tierleid verhindern anstatt zu unterstützen, bedeutet Verantwortung zu übernehmen. Information spielt dabei eine sehr große Rolle. Denn viele KonsumentInnen gehen beispielsweise davon aus, dass "Bauernhofgarantie", "Gütesiegel" oder ähnliche Begriffe bedeuten, dass die Tiere tiergerecht leben durften, genügend Auslauf, Platz und regelmäßigen Weidegang hatten. Sie wissen nichts von dem Tierleid, das mit der Haltung, dem Transport, der Schlachtung verbunden ist. Verniedlichende und beschönigende Begriffe täuschen leider viele KonsumentInnen über die Realität hinweg. "Bodenhaltung" klingt doch auch nicht sooo schlimm, wenn man nicht weiß, was tatsächlich dahinter steckt. Wer sich schon einmal eine solche Haltung angesehen hat, weiß, wie belastend die Realität für so gehaltenes Geflügel ist: Dauerstress, auf einer Fläche von 1 qm für bis zu 9 Tiere!

Als KonsumentIn Tierleid verhindern. Geht denn das so einfach?

Gerade im Tierschutz scheint es öfters, als gäbe es eine "geteilte Unverantwortlichkeit".   VertreterInnen des Handels oder ProduzentInnen argumentieren häufig, dass sie das anbieten müssen, was die KonsumentInnen wollen. Und die KonsumentInnen antworten oft, sie würden ja gerne etwas anderes einkaufen, wenn es zu leistbaren Preisen angeboten würde. Was viele unterschätzen: Kaufen bzw fordern KonsumentInnen gezielt und hartnäckig tiergerechte Produkte, haben sie eine beachtliche Marktmacht. Auch Verwaltungen, die ihre KonsumentInnen-Nachfragekraft gezielt einsetzen, können sehr viel erreichen. Die Stadt Wien ist hier Vorreiterin: Im Rahmen des Programms "ÖkoKauf Wien" wird der Einsatz von tiergerechteren Produkten laufend gesteigert.

Auch bei Produktion und Handel gibt es Initiativen, die eigene Verantwortung, was den Umgang mit Tieren in der Lebensmittelindustrie angeht, bewusst wahrzunehmen. Gemeinsam mit der Wiener Umweltschutzabteilung hat es sich die Tierschutzombudsstelle Wien zum Ziel gesetzt, diese Aktivitäten vor den Vorhang zu holen: "Gutes Gewissen - Guter Geschmack"

Tierschutz beim Einkaufen - ganz konkret

Der gemeinnützige Verein animal.fair hat es sich zum Ziel gesteckt, darüber aufzuklären, wie viel Tierleid und –ausbeutung hinter alltäglichen Konsumprodukten steckt. Tierschutz beginnt nämlich bei jedem/r einzelnen im Einkaufskorb. Dabei geht nicht nur um Lebensmittel. Auch Kleidung, Schuhe, Reinigungsmittel, Kosmetika, Farben oder Spielwaren enthalten tierliche Stoffe oder Substanzen, die in Tierversuchen getestet wurden. Innerhalb all dieser Produktgruppen gibt es aber tierfreundliche Alternativen, die von animal.fair nach intensiven Recherchen zusammengetragen und serviceorientiert aufbereitet worden sind. Bei der Zusammenstellung wurde neben Tierschutz auch auf faire Arbeitsbedingungen und eine umweltfreundliche Produktion geachtet.

Verantwortungsvoller Konsum am Beispiel Ei und Eiprodukte

Seit 2004 ist die genaue Kennzeichnung der Eier auf der Schale EU-weit vorgeschrieben: Der Stempelaufdruck verrät, aus welcher Haltungsform und welchem Land und sogar aus welchem Betrieb das Ei stammt. 

Die Kennzeichnung „Null“ bedeutet, dass diese Eier aus biologischer Freiland-Haltung stammen. Die weiteren wesentlichen Kriterien: biologische, gentechnikfreie Fütterung; keine vorbeugenden Medikamente sowie kein Beimischen synthetischer Farbstoffe ins Futter. Hinzu kommt ausreichend Auslauf (8 m² pro Henne) bzw. im Stall max. 6 Tiere/m² begehbarer Fläche. Ebenso stehen den Tieren Legenester und Sitzstangen zur Verfügung. Die Kennzeichnung „1“ steht für die Freilandhaltung. Das heißt, dass sich die Tiere im Stall sowie tagsüber im Auslauf frei bewegen können. Also gleiche Bedingungen wie bei der Kennzeichnung „Null“, nur mit dem Unterschied, dass die Fütterung konventionell erfolgt. Die Kennzeichnung "2" bedeutet, dass die Eier aus der oben beschriebenen - aus Tierschutzsicht nicht zu empfehlenden - Bodenhaltung stammen.

Wer also etwas fürs Tierwohl tun will, verwendet nur Eier aus (Bio)Freilandhaltung – ganz nach dem Motto „Null oder Eins – und sonst Keins!“. Und bei sogenannten „versteckten“ Eiern (in verarbeiteten Lebensmitteln wie Teigwaren oder Mehlspeisen) gilt: Im Zweifelsfall, wenn also nicht klar angegeben ist, dass die Ei-Grundstoffe aus Bio-/Freilandhaltung stammen, lieber die Finger weglassen! Dort können Eier aus Käfighaltung enthalten sein, da der Import dieser Eier weiterhin erlaubt ist und die Erzeuger zu keiner Kennzeichnung verpflichtet sind. Das heißt, dass z. B. auf Kuchenverpackungen nicht auf „Käfigeier“ hingewiesen werden muss.

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