"Ganslzeit" - es ist wieder soweit!

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Mit dem Martinigansl hat auch die - aus Tierschutzsicht unbedingt abzulehnende - Stopfleber wieder Saison. Dieses mit extremen Tierqualen verbundene Produkt findet sich leider auch auf österreichischen Tellern - obwohl das Ganslstopfen selbst bei uns streng verboten ist. Die Tierschutzombudsstelle informiert über die Qualen des Stopfens:

Hintergrund und gesetzliche Regelungen

Heute werden statt Gänsen vermehrt Enten gestopft. Mit zunehmender Industrialisierung haben sich auch die Stopfmethoden selbst geändert. Die Vögel werden heute nicht mehr von Hand zwangsgefüttert, sondern der Futterbrei wird mit Pumpen in die Speiseröhre gepresst. Zahlreiche Tierschutzgesetze z.B. in Deutschland und Österreich verbieten die Zwangsfütterung.

Stopfvorgang

Um die Leber auf das bis zu zehnfache Gewicht anwachsen zu lassen, müssen die Tiere zunächst für die Zwangsmast vorbereitet werden. In dieser Zeit wird die Futtermenge allmählich erhöht, um die Speiseröhre zu dehnen. In der Stopfperiode werden die Enten täglich mehrmals mit einem mit Fett angereicherten Maisbrei zwangsgefüttert. Die Menge wird gesteigert und liegt am letzten Masttag bei mehr als dem Doppelten als zu Beginn. Gänse haben einen ähnlichen Leidensweg, sie werden allerdings länger gestopft und erhalten entsprechend ihrer Größe mehr Maisbrei.

Verletzungen und erhöhte Todesrate

Beim Hinabstoßen des Metallrohres in den Schlund kommt es meist zu Verletzungen der Speiseröhre. Zudem empfinden die Tiere dabei einen quälenden Würgereflex. Viele Tiere leiden an Verdauungsstörungen und Verletzungen im Bein- und Brustbereich.
Durch das Anschwellen der Leber werden die Tiere so schwer, dass sie kaum mehr in der Lage sind zu gehen. Die Sterblichkeitsrate der Tiere in der Stopfzeit ist stark erhöht. Wird die Mastperiode nur um wenige Tage verlängert, steigt die Todesrate dramatisch.

Wissenschaftliche Untersuchungen

Der wissenschaftliche Veterinärausschuss der EU-Kommission beschreibt in einem Bericht ("Report of the Scientific Committee on Animal Health and Animal Welfare on Welfare Aspects of the Production of Foie Gras in Ducks and Geese”) die genannten Details der grausamen Haltungs- und Mastpraktiken und deren Folgen für die Tiere.

TierschützerInnen haben eine typische Stopfleber untersuchen lassen: Das Organ wurde als pathologische Fettleber (Untersuchungsbefund) befundet, um ein Vielfaches größer als eine normale Leber.

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