Winterfütterung von Wildvögeln

Wenn man sich fürs Füttern entscheidet, ist es wichtig, das richtige Futter in entsprechender Qualität anzubieten.

Kleiber und Blaumeise (© Martina Koppensteiner)Kleiber und Blaumeise (© Martina Koppensteiner)

Rechtliche Situation/ExpertInnenmeinung

Generell gibt es kein Winterfütterungsverbot für Wildvögel in Wien. Viele ExpertInnen vertreten die Meinung, dass das Füttern erst notwendig wird, wenn eine geschlossene Schneedecke vorhanden ist. Wenn man sich fürs Füttern entscheidet, ist es aber wichtig, dass man das richtige Futter in entsprechender Qualität anbietet.

Geeignete Fütterungsstandorte

Das Gelände rund um den Fütterungsplatz sollte übersichtlich und von mehreren Seiten offen sein, um den Vögeln einen Rundumblick zu ermöglichen. Vorteilhaft ist es, wenn nur wenige Meter entfernt

aber auch nicht zu nahe, ein Dickicht bzw. eine Hecke oder ein Strauch vorhanden sind. Dadurch haben die Vögel einen sicheren Zufluchtsort, falls doch einmal eine Katze in der Nähe sein sollte. Ebenfalls ist es möglich, den Fütterungsplatz an der Hausmauer anzubringen (bitte mit Hausverwaltung/EigentümerIn vorher abklären). Die Anbringungshöhe sollte so gewählt werden, dass das Futterhaus bequem für die Reinigung und Wiederbefüllung erreicht werden kann, aber mögliche Räuber es nicht erklimmen können.

Die Wahl des richtigen Futters

Jede Vogelart zeigt ein spezifisches Verhalten der Futteraufnahme.

Kohlmeisen (© Martina Koppensteiner)

Es gibt Vögel, die ihr Futter am liebsten kopfüber hängend aufnehmen, wie zum Beispiel Meisen und Spechte. Amseln, Sperlinge und Rotkehlchen fressen wiederum lieber von fest montierten Podesten und Stare picken bevorzugt am Boden gereichtes Futter.

Im Fachhandel sind die verschiedensten Häuschen zu finden. Das bekannteste ist wohl das klassische Vogelhäuschen im „Landhausstil". Es besteht aus einer Bodenplatte und einem Spitzdach darüber. Dieses kann entweder auf einem Pfahl, oder hängend montiert werden.

Der Abstand zwischen der Bodenplatte und dem Dach sollte möglichst hoch sein, damit keine Höhlenwirkung zum Tragen kommt. Viele Vögel sind scheu und nehmen dann nur sehr ungern Futter von dort auf. Zu hoch sollte der Abstand aber auch nicht gewählt sein, um möglichen Stadttaubenbesuch nicht zu begünstigen. Das Häuschen muss regelmäßig kontrolliert werden, um leere Körnerschalen, Kot und verschmutztes Futter zu entfernen.

Eine weitere Art Vogelfutter anzubieten, sind Futtersäckchen wie z.B. Meisenknödel. Man kann solche Futtersäckchen selber basteln, indem man ein stabiles Kunststoffnetzsäckchen nimmt und dies mit den unterschiedlichsten Futtermitteln (Nüsse, Körner, Fettfutter,…) füllt. 

In die Kategorie von Fettfutter fallen auch Meisenringe und Futterglocken. Bei letztgenannten handelt es sich um umgedrehte Tonblumentöpfe, die mit Fettfutter gefüllt sind. Dabei ist darauf zu achten, dass durch eine geeignete Vorrichtung (wie z.B. ein entsprechend angebrachter Ast) den Vögeln die Möglichkeit zum Anflug und Festhalten während der Futteraufnahme geboten wird.

Um Körnerfutter bzw. Nüsse anzubieten, eignen sich auch Futtersilos, Futterampeln bzw. Futtersäulen. Der Vorteil dieser Futteranbietungsvarianten besteht darin, dass man immer genau im Überblick hat, wie viel Futter noch vorhanden ist, da sie meist aus transparenten Materialien bestehen. Ein weiterer Vorteil ist es, dass bei diesen Fütterungssystemen ein hohes Maß an Hygiene gewährleistet ist. Ein Nachteil ist, dass man damit nur Körnerfutter anbieten kann.

Nüsse

Weidenmeise und Blaumeise (© Martina Koppensteiner)

Zur Verfütterung sind Erdnüsse, Haselnüsse und auch Walnüsse geeignet. Nüsse haben einen hohen Fettgehalt und sind somit sehr energiereich. Die Nüsse dürfen auf keinen Fall gesalzen

beziehungsweise geröstet sein. Kleine Vögel können mit ganzen Nüssen nichts anfangen. Besser ist es, die Nüsse zu zerkleinern.

Sonnenblumenkerne

Sie sind meist schwarz/weiß gestreift. Sie weisen einen hohen Energiegehalt auf. Vögel nehmen aber lieber die rein schwarzen Kerne an, da diese eine weichere Schale haben und somit leichter zu knacken sind, die bereits geschälten Kerne sind ebenfalls sehr beliebt.

Feinsämereien

Kleine Vögel nehmen Feinsämereien gerne an, bevorzugen aber oft lieber zerkleinerte Nüsse, da diese energiereicher sind. Zu der Kategorie Feinsämereien zählen die Samen von Vogelmiere, Ampfer, Wegerich, Diestel etc.

Getrocknete Beeren

Hier eignen sich besonders die Beeren von Hartriegel, Holunder, Eberesche, Kornelkirsche, Heckenrose, Schwarzdorn, Weißdorn, Mehlbeere, etc. Im Interesse eines umfassenden Vogelschutzes wäre es jedoch günstig, die dazugehörigen Sträucher im Garten anzupflanzen, wenn dies möglich ist. So können die Vögel in natürlicher Umgebung und weitgehendst geschützt vor Fressfeinden ihr Futter suchen.

Welchen Vogel können Sie mit welchem Futter anlocken?

Äpfel: Amsel, Star, Drossel, Spatz,…

Sonnenblumenkerne: Amsel, Meise, Gimpel, Grünfink, Spatz,…

Meisenknödel: Meise,…

Gehackte Nüsse: Meise, Buchfink, Spatz, Gimpel, Grünfink, Rotkelchen,…

Fettfutter: Amsel, Meise, Spatz, Rotkelchen, Star, Drossel,…

Hanf: Buchfink, Meisen, Gimpel, Grünfink, Spatz,…

Getrocknete Beeren, Rosinen (ungeschwefelt): Amsel, Spatz,…

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