Zeit daheim: Zeit zum Spielen

Die meisten HeimtierhalterInnen verbringen in diesen Tagen viel Zeit mit ihren Lieblingen daheim, Gassirunden fallen möglicherweise kürzer aus. Damit Tier (und Mensch) dennoch ausgelastet sind, haben wir einige Indoor-Spielideen für Hund und Katze gesammelt.

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HUNDE

Beschäftigungsspiele zum Mitdenken

Hunde denken. Wie auch wir brauchen sie nicht nur körperliche Beschäftigung, sondern auch mentale Stimulation. Eine Art davon ist das Erkunden der Welt (in Haus oder Garten), denn alle neuen Eindrücke wollen verarbeitet werden. Eine andere Möglichkeit ist die Nasenarbeit. Auch das Clickertraining erfordert das (Mit-)Denken des Hundes, das Probieren verschiedener Lösungen und das Kombinieren von Erfahrungen.

Zahlreiche Spiele kann man selbst basteln, z.B. eine Klopapierrolle mit Futterstückchen füllen und dann vorne und hinten zudrücken, so dass der Hund sie öffnen muss, um an das Futter zu gelangen. Idee für die Fütterung mit Trockenfutter: Einen Schuhkarton mit Korken füllen, Futter einstreuen und den Hund heraussuchen lassen. Auch beliebt: Eine ausgemusterte Hose mit Snacks befüllen und verknoten. In Tierhandlungen gibt es auch eigenes, geeignetes Hundespielzeug wie z.B. Kong, Bälle mit Öffnungen, Holzspielzeuge.

Bodenarbeit

Eine Beschäftigung, die auch das Selbstbewusstsein und die Koordination von Hunden fördert, ist das konzentrierte, langsame Überqueren von Hindernissen. Legen Sie z.B. eine Leiter auf den Boden und locken Sie (ohne Futter!) Ihren Hund so darüber, dass er sich darauf konzentriert, wie er seine Beine setzen muss, um nicht zu stolpern. Wichtig ist, dass der Hund sich den Weg selbst erarbeitet – Sie unterstützen ihn dabei. Diese Übung hilft dem Hund, Selbstvertrauen aufzubauen, und ist auch sehr geeignet für nervöse Tiere, die so Stress abbauen und lernen, ihren Körper bewusst wahrzunehmen.

Nasenarbeit

Hunde nehmen sehr feine Gerüche wahr, und diese Sinneswahrnehmung ist für sie mit starken Gefühlen verbunden. Diese tolle Gabe können wir fördern und nutzen durch Fährten lesen, das Suchen und Holen von verlorenen Gegenständen, die Leckerli-Suche etc.

Beispiel Leckerli-Suche: Halten Sie den Hund vorsichtig am Brustgeschirr, um einige Leckerbissen vor ihm auf den Boden zu werfen. Natürlich wird er hinlaufen und sie aufessen, sobald Sie ihn loslassen. Werfen Sie die Leckerbissen zunehmend weiter voneinander entfernt aus. Wenn dies gut klappt, sagen Sie ein Signalwort wie „Such“, immer bevor Sie ihn loslassen. Später können Sie Leckerbissen verstecken, ohne dass er dabei zusehen kann, und ihn dann durch das Signal zum Suchen ansetzen. Versteht er dies nicht gleich, machen Sie die Übung wieder leichter.

Wichtig ist der Spaß, den Sie beide daran haben werden. Später können Sie es auch schwieriger machen, indem Sie Leckerlis auf Erhöhungen legen, unter etwas verstecken etc. Auch das Verstecken eines sogenannten Futterdummys, Mantrailing oder Geruchsunterscheidung sind gute Nasenarbeit-Übungen für Fortgeschrittene. Haben Sie sich schon einmal selbst in der Wohnung versteckt und sich von Ihrem Hund finden lassen? Für viele Hunde (und Menschen) ist das ein Riesenspaß. Wichtig ist, dass Sie alle Übungen schrittweise einführen und nicht alle Schritte an einem Tag bzw. in einer Trainingseinheit üben. Machen Sie immer genügend Pausen nach einigen Wiederholungen!

Tricktraining

Tricks und andere Übungen gemeinsam mit Halter oder Halterin zu erarbeiten, macht Hunden nicht nur Spaß, es festigt auch die Bindung zwischen Mensch und Hund. Außerdem ist das Erlernen von Tricks eine wunderbare Möglichkeit, Hunde auch geistig auszulasten und zu beschäftigen, wenn ausgiebige Spaziergänge nicht möglich sind.

Auch eher unsichere Hunde profitieren von Aufgaben, die nichts mit dem oft stressigen Alltag zu tun haben. Hier können sie lernen, kleine Probleme ohne Druck zu lösen, und dadurch mehr Selbstvertrauen in sich und in ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln.

ACHTUNG: Zerrspiele, Ball- und Rennspiele sind für Hunde sehr aufregend und sollten deshalb nur bedingt durchgeführt werden. Vor allem wenn Sie einen nervösen Hund haben, sind diese Spiele kontraproduktiv. Hier wäre eher Nasenarbeit angesagt, damit sich der Hund beruhigt.

KATZEN

Wer eine Katze in der Wohnung hält, muss sich ohnehin täglich intensiv mit ihr beschäftigen, damit sie ausgelastet und zufrieden ist. Nutzen Sie die freie Zeit, um neue Spiele zu kreieren. Tipp: Vieles lässt sich auch gemeinsam mit den Kindern basteln. 

Beschäftigungsspiele

Langeweile ist bei Wohnungshaltung ein nicht zu unterschätzendes Problem. Sie führt zu Frustration, Stress und sogar Depression. Neben Verhaltensauffälligkeiten kann eine übermäßige Nahrungsaufnahme die Folge sein, die über kurz oder lang zu Übergewicht und gesundheitlichen Problemen führt. Katzen haben bezüglich Beschäftigung ihre klaren Vorlieben. Unsere Aufgabe ist es, die Vorlieben zu erkennen und darauf einzugehen. Außerdem brauchen Katzen als intelligente Geschöpfe Abwechslung! Daher müssen unterschiedliche Spiele abwechselnd angeboten und zwischendurch immer weggeräumt werden.

Die Bandbreite an möglichen Beschäftigungsmöglichkeiten is riesig: So gibt es u.a. Solitär-, Intelligenz- und Futtersuchspiele. Pfötelspiele können wunderbar selbst gebastelt werden. Inspirationen dafür finden Sie in unserer Broschüre "Was Wohnungskatzen brauchen". Der Haushalt ist übrigens eine Fundgrube an interessantem Beschäftigungsmaterial: Vom Korken bis zum Wattestäbchen kann vieles für das Spiel mit der Katze eingesetzt werden. 

Interaktive Beutespiele

Interaktive Beutespiele sollten täglich im besten Fall zwei Mal durchgeführt werden. Gut geeignet sind die frühen Morgen- und Abendstunden. Insgesamt sollte die Spielzeit pro Tag eine Stunde betragen.

Für die Beutespiele eignen sich zum Beispiel Spielangeln, Federwedel oder eine an einem Bindfaden befestigte Plüschmaus. Auch der Gürtel eines Bademantels oder ein kleines, an einer Kordel befestigtes Tuch kann die Katze bereits in Jagdlaune versetzen. Bewegung ist der stärkste Auslösereiz. Wichtig ist, dass sich die Beute immer von der Katze wegbewegt. Auch kann die Mausattrappe hinter einem Mauervorsprung oder Papierbergen verschwinden und kurz danach wieder zum Vorschein kommen.

Geworfene Bälle lösen fast immer den Jagdinstinkt bei Katzen aus. Aus Cellophan, Aluminiumfolie oder ähnlichem lassen sich diese einfach selber basteln. Das Rascheln des Materials ist ein zusätzlicher Reiz. Bälle aus Styropor werden ebenfalls gerne bejagt. Ein im Inneren eines Balles platziertes Glöckchen animiert unsere Katze noch mehr zum Spielen. Bitte nur unter Aufsicht verwenden!

Indoor-Abenteuerspielplatz

Katzen brauchen stabile Strukturen, aber benötigen genauso Abwechslung im Alltag. Um ihrer Abenteuerlust nachzukommen und den Tieren zu helfen, mit Neuem und mit Veränderungen umzugehen, sollten Wohnungskatzen daher immer wieder spannende Reize angeboten werden.

So können etwa künstliche Streifgebiete erschaffen werden, indem zum Beispiel ein bestimmtes Zimmer nur zu bestimmten Zeiten für die Katze geöffnet wird. Zusätzlich kann dort immer wieder etwas Besonderes für die sensible Katzennase ausgelegt werden.

Oder Sie vergrößern aktiv das Revier der Katze: Laufstege (catwalks) und diverse Aussichtsflächen können zusätzlich für Abwechslung sorgen, wenn sie mit Naturmaterialien oder getrockneten Fleischsnacks gespickt werden.

ACHTUNG: Utensilien, die verschluckt werden können oder mit denen sich Katzen strangulieren können (Schnüre, Wolle, kleine Teile, Seile, Spielangeln und dergleichen), dürfen niemals unbeaufsichtigt angeboten werden! Andernfalls drohen (lebens-)gefährliche Verletzungen!

Weitere Tipps für die artgemäße Haltung von Wohnungskatzen finden Sie in unserer Broschüre "Was Wohnungskatzen brauchen".

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