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Welpenkauf: Bitte nicht aus dem Zoogeschäft!

01.12.2018 | In Österreich dürfen seit einer Änderung des Tierschutzgesetzes 2018 keine Hunde mehr zum Zwecke des Verkaufs in Zoofachhandlungen gehalten werden. In den Nachbarländern gelten eigene Tierschutzbestimmungen, weswegen es möglich sein kann, dass es mancherorts Welpen in Zoogeschäften zu kaufen gibt. Aus Tierschutzsicht ist dies strikt abzulehnen.


Die Tierschutzombudsstelle Wien erachtet den Verkauf (und damit das Halten) von Hunden und Katzen in Zoofachgeschäften aus folgenden Gründen für nicht mit den Grundsätzen des Tierschutzes vereinbar:

Spontankäufe & Mitleidskäufe

Hunde und Katzen in Zoofachgeschäften anzubieten, kann dazu führen, dass Kund*innen diese Tiere aus einer spontanen Gefühlsregung oder auch aus Mitleid mit den Tieren kaufen. Dies widerspricht dem Grundsatz, vor der Anschaffung eines Tieres gründlich abzuwägen, ob man ausreichend Zeit für das Tier aufbringen kann, ob die Integration in den Haushalt gewährleistet ist und ob man die laufenden Kosten tragen kann, und dies alles über die gesamte Lebensspanne des Tieres. Außerdem sollte ein Kauf vorab ausführlich mit den anderen Familienmitgliedern besprochen werden.

Mangelhafte Sozialisierung

Die in (ausländischen) Zoofachhandlungen zum Verkauf angebotenen Tiere sind zwischen 8 und 12 Wochen alt und verbringen somit einen essentiellen Teil ihrer sensiblen Sozialisierungsphase in einem Geschäftslokal. In dieser Phase sollten die Welpen eigentlich möglichst viele Situationen, denen sie im Laufe ihres Lebens begegnen werden, entspannt und ohne Überforderung kennen lernen und gute Erfahrungen sammeln. Dazu zählen verschiedenste Menschen, Hunde und andere Tiere, Geräusche, optische Reize und auch unterschiedliche Witterungsbedingungen. Mangelhaft sozialisierte Hunde haben im Erwachsenenalter öfter Schwierigkeiten, sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden. Das erhöht die Gefahr von ängstlichem oder aggressivem Verhalten und anderen Verhaltensstörungen.

Betreuungsanforderungen kaum erfüllbar

Selbst beim besten Willen des Verkaufspersonals bietet die Situation einer Zoofachhandlung kaum die Möglichkeit, die Welpen ausreichend zu betreuen. 

Falsches Bild der Tierhaltung

Die Haltungssituation im Geschäftslokal (Platzangebot, Einstreu) kann bei potentiellen Kund*innen ein falsches Bild von der Haltung der Tiere erwecken - etwa dass Hunde kleiner Rassen ans Kisterl gewöhnt und ohne Auslauf im Freien gehalten werden könnten, was keineswegs den Tatsachen entspricht. Eine derartige Tierhaltung wäre außerdem ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Stubenreinheit

Die Erziehung zur Stubenreinheit erfordert hohe Aufmerksamkeit. Sie beruht darauf, die Neigung des Hundes zu nutzen, seinen Lagerplatz bzw. seine Höhle sauber zu halten. Was der Welpe lernen muss, ist, dass die ganze menschliche Wohnung seine "Höhle" darstellt. Daher sollte der Welpe in der Lernphase möglichst oft ins Freie geführt werden, um sich dort zu erleichtern.  In Zoofachhandlungen werden die Welpen hingegen bis zur 12. Lebenswoche in der Regel nur in Räumen mit Einstreu gehalten, wodurch die Tiere hier die Stubenreinheit nicht erlernen können.

Fragliche Herkunft

Woher die Welpen, die in (ausländischen) Zoofachhandlungen verkauft werden, stammen, ist unklar. Österreichische ZüchterInnen liefern keine Hunde an Zoofachhandlungen. Der Österreichische Kynologenverband „erachtet den Verkauf über Tierhandlungen als nicht geeignet, um einem Hundewelpen die gewünschten Voraussetzungen für den Start in ein gesundes und glückliches Hundeleben zu gewährleisten“. Aufgrund der unbekannten Herkunft ist es schwer bis unmöglich, die Herkunft und die Haltungsbedingungen der Elterntiere nachzuvollziehen. Der meist im Vergleich zu heimischen ZüchterInnen deutlich geringere Preis für Welpen in (ausländischen) Zoofachhandlungen lässt ebenfalls die Frage nach den Zuchtbedingungen aufkommen. In Deutschland hat sich der Branchenverband des Zoofachhandels (ZZF) daher klar gegen den Verkauf von Hunden im Zoofachhandel positioniert.

Fazit: Heimtiere am besten aus dem Tierheim holen!

In zahleichen Tierheimen warten Hunde und Katzen aller Rassen und Mischungen bzw. jeden Alters auf neue Besitzer*innen. Wer sich ein Heimtier aus einem Tierheim nimmt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz. Zusätzlich wird man bei einer Tiervermittlung frei von Verkaufsinteresse beraten.

Im TierQuarTier Wien warten aktuell HundeKatzen und Kleintiere auf einen guten Platz.

 

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