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Schluss mit Blockade: Ja zu Renaturierung!

07.06.2024 | TIERSCHUTZ AUSTRIA, VIER PFOTEN, der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN und die Tierschutzombudsstelle Wien rufen die Bundesregierung dazu auf, die EU-Renaturierungsverordnung geschlossen zu unterstützen. Derzeit verweigern die Österreichische Volkspartei (ÖVP) sowie sieben Landeshauptleute ihre Zustimmung. "Mit dieser Blockadehaltung schaden die Gegner*innen dieser EU-Initiative den Menschen und Tieren in Österreich", kritisieren die Organisationen. "Jetzt ist noch Zeit, das Ruder herumzureißen und einen neuen, zukunftsweisenden Kurs einzuschlagen." Am 17. Juni soll im EU-Umweltrat über die Verordnung abgestimmt werden.

Mehr als 80 Prozent der Flächen in der EU sind ökologisch in einem schlechten Zustand. Um die Folgen menschlicher Eingriffe in Natur- und Lebensräume – etwa durch Flächenversiegelung, Monokulturen oder intensive Landwirtschaft – möglichst umzukehren, hat die EU die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur erarbeitet. Bis 2030 sollen mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresfläche wiederhergestellt werden.

Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien: "Der Arten- und Lebensraumschutz ist ein umfassendes Anliegen für Mensch und Tier. Neben der absoluten Notwendigkeit, die schrumpfenden natürlichen Lebensräume und ihre Lebewesen zu erhalten, sind biodiverse Grünräume auch nachweislich gesundheitsfördernd für Menschen und die von ihnen gehaltenen Tiere. Renaturierung reduziert Umweltverschmutzung und trägt zu Gesundheit und Wohlbefinden bei."

Madeleine Petrovic, Präsidentin von TIERSCHUTZ AUSTRIA: "Renaturierungsmaßnahmen sind nicht nur zentral für die Natur als Ganzes, sondern für jedes einzelne Lebewesen, also Mensch, Tier und Pflanze. Es geht nicht nur um die Lebensräume an sich, sondern z.B. auch darum, zunehmenden Hochwasserrisiken entgegenzuwirken. Die letzten Jahre – und ganz aktuell auch die letzten Tage – haben uns ja dramatisch vor Augen geführt, wie gefährlich Überschwemmungen für Menschen und ihre Tiere in Haus und Hof sein können."

"Die Verordnung ist absolut notwendig, um eine Umkehr der nutzungszentrierten Sicht auf die Natur einzuleiten", betont auch Martin Balluch vom VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN. "Als Waldbesitzer kann der VGT dem Renaturierungsgedanken sehr viel abgewinnen. Nur so kann sich die so wichtige Klimawirkung des Waldes entfalten und ist das exponentiell zunehmende Artensterben zu stoppen. Bei den ökologischen Herausforderungen, denen die Menschheit gegenübersteht, ist ein entscheidendes Gegensteuern die einzig mögliche Handlungsvariante."

Eva Rosenberg, Österreich-Direktorin von VIER PFOTEN: "Renaturierungsmaßnahmen sind nicht nur zentral für die Natur als Ganzes. Es geht auch darum, Risiken entgegenzuwirken und somit um den Schutz von Wild- und landwirtschaftlich genutzten Tieren."

Hintergrund: EU-Renaturierungsverordnung

Die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur wurde von der EU erarbeitet, da mehr als 80 Prozent der Fläche der EU ökologisch in schlechtem Zustand sind. Bis 2030 sollen daher mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresfläche wiederhergestellt werden. Bis 2050 soll die Renaturierung aller sanierungsbedürftigen Ökosysteme Schritt für Schritt fortgesetzt werden. Indikatoren für die Fortschritte sind beispielsweise die Anzahl der Schmetterlinge oder der Humusgehalt von Böden.

Das Europäische Parlament hat im Februar sein klares "Ja" zur Renaturierung gegeben. Nun ist am 17. Juni der Rat der Umweltminister*innen am Zug, der das Abkommen noch annehmen muss. Hier ergibt sich aktuell eine ungewöhnliche Situation: Da Naturschutz in Österreich Landessache ist, kommen die österreichischen Bundesländer ins Spiel. Bislang hat sich Österreich bei den Abstimmungen in Brüssel enthalten. Nun aber kommt es auf die Stimme Österreichs an.

Die Landeshauptleute Wiens und Kärntens sowie zahlreiche namhafte Umweltorganisationen und Wissenschafter*innen haben bereits dazu aufgerufen, die Verordnung anzunehmen. Auch eine Allianz von internationalen Unternehmen hat sich am 29. Mai in einem offenen Brief an die belgische Ratspräsidentschaft gewandt. Darin betonten die Konzerne und Wirtschaftsverbände die Dringlichkeit der finalen Annahme der Wiederherstellungsverordnung.

Zu den unterstützenden Unternehmen zählen Marktgrößen aus der Lebensmittel-, Bekleidungs- und Energiebranche. Durch die EU-Renaturierungsverordnung und Investitionen in die Wiederherstellung der Natur könne "langfristige Nachhaltigkeit und Lebensfähigkeit unserer Gesellschaft und Wirtschaft" gewährleistet werden. Die Verordnung sei eine "Chance für eine ganze Generation", heißt es in dem Schreiben.

 

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