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So können Sie Tauben jetzt helfen

01.04.2020 | In den vergangenen Tagen haben sich einige tierliebe Bürgerinnen und Bürger gefragt, wie die Tauben in der Stadt von der derzeitigen Situation betroffen sind. Die Befürchtung: Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen könnten die Tiere an öffentlichen Orten nicht mehr genug Nahrung finden. Die Sorge ist jedoch unbegründet: Die Tiere können sich selbst versorgen - wenn sie gelassen werden.

© TOW|Fellner
© TOW|Fellner

Gerade jetzt im Frühjahr finden Tauben und andere Vögel ausreichend Futter in der Großstadt. Tauben sind Körner- und Samenfresser. In der Natur leben sie von den Sämereien verschiedenster Wildgräser. Wenn die Samen noch nicht reif sind, zupfen sie vor allem Pflanzentriebe und Knospen aus der Wiese und von Sträuchern.

Brot, Semmeln oder andere menschliche Essensreste sind für Tauben nicht geeignet. Von diesen gut gemeinten „Futterspenden“ können die Tiere ernsthaft krank werden oder sogar sterben. Doch hat auch eine artgemäße Fütterung durch tierliebe Menschen negative Effekte: Durch regelmäßiges Füttern an einem Ort werden die Tiere in Abhängigkeit gebracht. In der derzeitigen Situation zeigt sich, was das für sie bedeutet.

Tauben gehen wieder auf Futtersuche

Viele der gefütterten Stadttauben haben nie gelernt, selbständig auf Nahrungssuche zu gehen. Sie sitzen in großen Schwärmen an den angestammten Futterplätzen und wissen jetzt nicht, warum kein Nachschub kommt. Wird in dieser Situation konsequent nicht gefüttert, müssen die Tauben selbst aktiv werden und sich – wie andere Tiere auch – auf Futtersuche begeben. 

Tauben können in der Stadt je nach Angebot eine Vielzahl von Nahrungsquellen nutzen. Dabei verfolgen sie zwei unterschiedliche Strategien: Entweder fliegen in der Stadt brütende Tauben ins ländliche Umland, wo sie sich auf Äckern von Getreide und anderen Saaten ernähren, oder sie suchen sich direkt in der Stadt ihr Futter. Gerade im Frühjahr besteht ein wesentlicher Anteil des Futters aus jungen Pflanzentrieben und Knospen. In der Stadt gibt es zahlreiche Orte, die auch in dieser Zeit verlässlich Futter für die Tiere bieten. Dazu gehören zum Beispiel die rund 1.000 Parkanlagen in Wien. Auch in den Anlagen, in denen Tiere gehalten werden, wie etwa der Tiergarten Schönbrunn, Streichelgehege oder auch Reitställe, finden die Tauben Nahrung. Wenn sie durch das Füttern örtlich nicht gebunden werden, können sie problemlos auch das Umland nützen. Da Tauben ausgezeichnete Flieger sind, brauchen sie lediglich eine Viertelstunde, um Wien zu überqueren.

Helfen Sie den Tauben langfristig und geben Sie ihnen die Chance, sich wieder selbst mit artgemäßem Futter versorgen zu können!

Mehr zum Thema Tauben in der Stadt lesen Sie hier.

 

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