Nachlese: Jahresforum der Tierschutzombudsstelle Wien
20.10.2026 | Weil Mäuse keine Menschen sind: Jahresforum der Tierschutzombudsstelle Wien setzt auf Innovation statt Tierversuche
© Tierschutzombudsstelle WienIm Zweifel für das Tier
Bei der Vollziehung
des Tierschutzgesetzes stellt sich immer wieder die Frage, wie bestehende
rechtliche Möglichkeiten konsequent im Sinne der Tiere genutzt werden
können und wo strukturelle oder praktische Grenzen einer wirksamen Umsetzung
liegen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, innovative Ansätze und der
fachliche Austausch geben wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des
Tierschutzes.
Das Jahresforum
der Tierschutzombudsstelle Wien unter dem Titel „Im Zweifel für das Tier –
Spielräume nutzen. Grenzen überwinden. Innovationen fördern.“ widmete sich genau diesen Fragen. Gemeinsam mit Expert*innen aus Recht, Wissenschaft,
Verwaltung, Zivilgesellschaft und Politik beleuchteten wir Beispiele aus der
Praxis, diskutieren aktuelle Herausforderungen und zeigen auf, wie bestehende
Handlungsspielräume besser genutzt werden können.
Ein zweiter
Schwerpunkt widmete sich dem Thema der Vermeidung von Tierversuchen.
Durch eine neue Generation innovativer Technologien können Krankheiten
präziser erforscht und Medikamente sicherer entwickelt werden – ganz ohne
den Einsatz und das Töten von Tieren.
Prominente
Wissenschafter*innen aus dem deutschsprachigen Raum werden das enorme
Potenzial dieser Verfahren aufzeigen – für die menschliche Gesundheit,
für den Innovations- und Wirtschaftsstandort und nicht zuletzt für die
rund 500.000 Tiere, die in Österreich jedes Jahr im Zusammenhang mit
Tierversuchen sterben. Ziel ist es, konkrete Handlungsoptionen festzulegen, um
diese an wesentliche Entscheidungsträger*innen zu adressieren.
- 500.000 Tiere sterben in Österreich jährlich im
Zusammenhang mit Tierversuchen: Etwa
300.000 davon sind “Überschusstiere”, die getötet werden, ohne je in einem
Versuch verwendet worden zu sein.
- Seit 60 Jahren gleichbleibend unzuverlässig: 92 Prozent aller Wirkstoffe, die Tierversuche
bestanden haben, scheitern danach am Menschen.
- Mut zum Umstieg: New
Approach Methodologies (NAMs), also auf neuen Ansätzen basierende
Methoden, sind längst im Einsatz – und in vielen Fällen deutlich
zuverlässiger als Tierversuche.
- Wien ist mit dabei: Die
Life Sciences wachsen stärker als jede andere Branche der Stadt.
Zahlreiche Wiener Forschende und Unternehmen betreiben bereits
tierversuchsfreie Forschung. Die Stadt fördert gezielt die
Entwicklung entsprechender Methoden.
- Reformbedarf: Das
Wissenschaftsministerium nennt den Ersatz von Tierversuchen als oberste
Priorität bei Reformen des Tierversuchswesens. Das Regierungsprogramm
sieht außerdem eine Modernisierung im Bereich des Tierversuchsgesetzes
vor.
Die Vorträge zum Download
Wir danken allen Vortragenden, Teilnehmenden und Unterstützer*innen herzlich.