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Tierhospiz für Hunde

25.05.2016 | In Plank am Kamp gibt es eine ganz besondere Einrichtung: ein Tierhospiz für Hunde. Wenn ältere Tiere ihren (Haus-)Halt verlieren, etwa weil der*die Tierhalter*in stirbt oder sich nicht mehr um das pflegebedürftige Tier kümmern möchte, ist das besonders tragisch. Gerade diese Tiere brauchen individuelle Zuwendung und soziale Nähe.


Hier setzt der Tierhospiz-Gedanke von "Tier-Reich" an. Das Team rund um Sabine Neumann will diesen Hunden für ihren Lebensabend ein Zuhause geben, ihnen Liebe und Fürsorge zukommen lassen. Wichtigstes Kriterium dafür ist die qualitativ hochwertige Betreuung. Daher können aus Kapazitätsgründen immer nur vereinzelt Tiere aufgenommen werden.

Sabine Neumann hat uns einen Einblick in ihre Tätigkeit gegeben. Sie definiert Hospizarbeit folgendermaßen:

Hospizarbeit bedeutet hohes persönliches Engagement

Alte, kranke Hunde brauchen sehr viel Zuwendung und individuelle Betreuung. Körperliche Gebrechen und Behinderungen verlangen ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Kreativität in der täglichen Betreuung, Fachkompetenz und Hingebungsbereitschaft. Es darf keine Berührungsängste bei Wunden, Ausscheidungen, Pflegemaßnahmen jeglicher Art geben. Zu allen Pflegemaßnahmen muss man rund um die Uhr bereit sein.

Hospizarbeit bedeutet hohe Kosten

Es liegt auf der Hand, dass alte kranke Hunde Medikamente und regelmäßige Tierarztversorgung, aufwändige Behandlungen und oftmals auch Operationen brauchen. Auch hochwertiges Spezialfutter, Futterzusätze etc. kosten viel Geld. Geld, das oftmals nicht durch externe Spender*innen (z.B. über Mitgliedschaften) aufgebracht werden kann, sondern aus privaten Mitteln des Hospizbetreibers stammen muss. Im Sinne der Verantwortung für die anvertrauten Hunde muss man vor Inbetriebnahme des Hospiz kalkulieren, ob man sich das dauerhaft leisten kann und möchte.

Hospizarbeit bedeutet Professionalität

Sehr gutes kynologisches Fachwissen insbesondere über Ausdrucksverhalten, Schmerzäußerungen, Sozialverhalten, Ernährung etc. und Grundkenntnisse über tiermedizinische Belange sind nötig, um die Hunde richtig zu beurteilen und einschätzen zu können, inwieweit sie sich wohlfühlen und Lebensqualität haben. Ständige Weiterbildung stellt sicher, auf dem aktuellen Wissensstand zu sein.

Hospizarbeit bedeutet hohe emotionale Belastung

Wer sich mit der Idee trägt, ein Tierhospiz zu betreiben, muss auch dazu bereit sein, loszulassen, wenn es an der Zeit ist. Man muss lernen, mit dem Tod umzugehen ohne abzustumpfen, aber gleichzeitig auch ohne auszubrennen. Verantwortungsvolle Hospizarbeit beinhaltet auch, die Aufnahme weiterer Tiere abzulehnen, wenn man ihnen und ihren Bedürfnissen nicht mehr gerecht werden kann. Auch das bedeutet eine erhebliche emotionale Belastung. Im Betreuer*innenteam ist es erforderlich, gemeinsam Trauerarbeit zu leisten, einander gegenseitig zu unterstützen und über das Erlebte zu sprechen.

Hospizarbeit bedeutet hohe Verantwortung

Gegenüber den anvertrauten Hunden, gegenüber den dort arbeitenden Menschen (angestellt oder ehrenamtlich), gegenüber den verbleibenden Hunden, für die der Umgang mit alten kranken Artgenossen oftmals ebenfalls belastend ist. Es bedeutet die Verantwortung, Optionen zu haben, falls etwas nicht wie geplant funktioniert. Das Konzept ist so auszulegen, dass in jedem Fall der Fortbestand des Projektes gesichert ist – personell, finanziell, räumlich, medizinisch und betreuungstechnisch, wenn nötig mit sehr hohem persönlichem Einsatz.

Hospizarbeit bedeutet die Notwendigkeit, fixes Fachpersonal anzustellen

Die Betreuung muss zuverlässig, vorhersehbar und planbar sein. Das ist mit Ehrenamtlichen allein nicht zu bewerkstelligen.

Hospizarbeit bedingt zuverlässige Partner*innen

Hochkompetente, engagierte Tierärzt*innen, denen man umfassend vertrauen kann. Zuverlässige Mitstreiter*innen im Verein. Und als Hospizbetreiberin: ein verständnisvoller Lebenspartner und Ehrenamtliche, die zu ihrem Wort stehen, sind die Basis dafür, dass das Projekt funktionieren kann.

 

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