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Home » Projekte » Qualzucht » Qualzucht bei Hunden

Qualzucht: Ist das eigentlich noch ein Hund?

Der kleine Mops mit dem platten Schnauzerl, die Englische Bulldogge mit den knautschigen Falten, der Mini-Chihuahua mit den großen Kulleraugen – sie alle teilen dasselbe Schicksal: Für ihre besondere Optik zahlen sie einen hohen Preis. Ihr vermeintlich niedliches Aussehen ist das Ergebnis einer so genannten Qualzucht.

Der Begriff poppt seit vielen Jahren immer wieder mal in den Medien auf, Veterinärmediziner*innen und Hundeexpert*innen warnen schon lange vor den tierquälerischen Folgen, unter denen die Tiere leiden. Dennoch sind Hunde mit Qualzuchtmerkmalen allgegenwärtig: Sie begegnen uns in der Nachbarschaft und im Bekanntenkreis, sie werden als Instagram-Stars und Werbefiguren inszeniert, und sie sind sogar bei vermeintlich seriösen inländischen Züchter*innen erhältlich.

In diesem Schwerpunkt erfahren Sie alle wichtigen Fakten zum Thema Qualzucht bei Hunden. 

Was ist Qualzucht?

Qualzucht bezeichnet das bewusste Verpaaren zweier Tiere mit ganz bestimmten Merkmalen (unabhängig davon, ob das Zuchtmotiv ästhetische Zwecke oder die Leistungssteigerung betreffen), deren Nachkommen aufgrund der Ausprägung dieser Merkmale Schmerzen, Leiden, Schäden oder Angst erleiden werden. Jeder kennt wohl das Qualzuchtmerkmal der sogenannten Brachycephalie: Hunde mit sehr kurzen Nasen, die besonders bei warmen Temperaturen schnaufend und röchelnd den Alltag bestreiten. Doch Kurznasigkeit ist nur eines von vielen Merkmalen, die das Wohlbefinden unserer Haushunde stark einschränken können.

Nach dem Bundestierschutzgesetz ist Qualzucht verboten. Dennoch ist keine echte Besserung am ausufernden "Markt" der Rassehundezucht zu erkennen. So hat sich beispielsweise die Anzahl der in Wien gemeldeten Französischen Bulldoggen von 2012 bis 2020 fast verdreifacht, von 513 auf 1.320 Tiere!

Zucht und Beuteschema

Fakt ist, dass dieses von Züchter*innen oft als geliebtes "Hobby" bezeichnete Handwerk ohnehin bereits mit den langfristigen Folgen erblich bedingter Krankheiten zu kämpfen hat. Von der Szene wird das toleriert. Wie ist es sonst möglich, dass auf Hundeausstellungen vermeintliche "Prachtexemplare" von Rassehunden ausgezeichnet werden, die in Wahrheit krank sind? Und dass die Verbreitung kranker Welpen offenbar ganz bewusst in Kauf genommen wird?

Problematisch zeigt sich insbesondere das Beuteschema der Endkund*innen – also der zukünftigen Hundehalter*innen. Bestimmte Hunderassen werden verstärkt in Werbung und Film abgelichtet, und interessierte Ersthundehalter*innen werden nicht ausreichend durch Züchter*innen, die ihre Ware schließlich auf den Markt bringen möchten, aufgeklärt. Qualzucht, die zum Wohl unserer geliebten Vierbeiner in aller Munde sein sollte, wird von vielen Hundehalter*innen leider aber nicht erkannt.

Oftmals stellt sich der vermeintliche Glücksgriff zum neuen Welpen und treuen Begleiter zu einer nervlichen und finanziellen Achterbahn für die Hundehalter*innen heraus. Gesundheitsprobleme, die aus dem bewussten Selektieren von bestimmten optischen Merkmalen entstehen, schränken nämlich nicht nur die Lebensqualität des Hundes stark ein, sondern auch die des Menschen. Zeit, die er eigentlich im Wald, am Berg, beim See oder an anderen Ausflugszielen mit seinem Vierbeiner verbringen wollte, wird mit täglichen Pflegehandlungen, oftmaligen Arztbesuchen, teuren Operationen und langwierigen Genesungsprozessen gefüllt.

Am Ende bleibt das Problem der Qualzucht immer abhängig von der bewussten Kaufentscheidung einer Person, die einen Hund mit bestimmten (außergewöhnlichen) Merkmalen erwerben möchte.

Die Nachfrage bestimmt auch bei Qualzucht das Angebot!

Was wir an Hunden schätzen

Sei es bei der Jagd, beim Schutz unseres Hauses oder bei der Suche nach feinsten Geruchsstoffen, die unsere Nase selbst nicht erschnüffeln kann – der Hund war immer ein zuverlässiger Partner bei der Zusammenarbeit mit uns.

Auch im sportlichen Bereich sind Hunde treue Begleiter. Sie gehen mit uns joggen oder Rad fahren, erklimmen Berge und finden Gefallen daran, Tricks zu lernen und über Hindernisse zu springen. Zuverlässig sind sie an unserer Seite, wenn wir in der Natur unterwegs sind und die Seele baumeln lassen.

Doch Hunden aus sogenannten Qualzüchtungen werden diese Eigenschaften genommen. Sie sind nicht mehr leistungsfähig, ihre Nase funktioniert schlechter als unsere, da sie gar nicht genug Luft bekommen, um sich in Ruhe mit Geruchsdifferenzierungen auseinander zu setzen. Haarlos müssen sie vor jeglichen Witterungseinflüssen geschützt werden und Operationen und Physiotherapie prägen ihren Alltag. Mit etwas Pech haben sie so ein „interessantes“ Fell, dass Taubheit und Totgeburten vorprogrammiert sind. Mit Natur hat das nichts mehr zu tun.

Der beste Freund

Der Hund wird oftmals als "der beste Freund des Menschen" bezeichnet. Und das ist er doch auch, oder?

Als Menschen lieben wir seine treuherzige Art, uns anzusehen und uns aufmerksam zuzuhören. Kommt man nach einem anstrengenden Tag nach Hause, ist da dieser kleine fellige Begleiter, der sich über uns freut, uns begrüßt und dessen Tag wir mit unserer bloßen Anwesenheit perfekt gemacht haben. Unsere Hunde beten uns an – da treten alle anderen Eigenschaften des Tieres manchmal völlig in den Hintergrund.

Wir lieben unsere Hunde einfach und sie lieben uns.

Warum möchten dann manche Menschen aber, dass ihr bester Freund krank ist? Dass er sich kaum bewegen und die Sonne und frische Luft nicht genießen kann? Warum ist es ihnen egal, dass seine Zunge ständig heraushängt, weil er zu wenige Zähne hat, oder dass er viel öfter zum Tierarzt muss, als sie jemals selbst zu ihrem Hausarzt gehen würden?

Lieben wir unseren "besten Freund" also wirklich, wenn wir zulassen, dass nur noch Karikaturen des einst so leistungsstarken und treuen Begleiters an unserer Seite wandeln? Finden wir sein Leid, das wir täglich sehen, mit dem wir zusammenleben, wirklich liebenswert?

Aufklärung ist die beste Medizin

Das Problem ist also vielschichtig, und neue Hundehalter*innen werden durch die Darstellung von Mops und Co. in den Medien in die Irre geleitet und zudem von Züchter*innen völlig falsch informiert.

Welche sind also die Merkmale, auf die Frauli und Herrli bei der Anschaffung ihres neuen Begleiters achten sollten? Und bei welchen Attributen sollten die Alarmglocken schrillen? Mehr dazu erfahren Sie in den folgenden Artikeln zum Thema Qualzucht.

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