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Tier&Recht-Tag 2023: Haltung zeigen!

14.12.2023 | Zum 8. Mal hat die Tierschutzombudsstelle Wien Ende 2023 den Tier&Recht-Tag, die jährliche Fachtagung für Expert*innen und Praktiker*innen aus dem Tierschutz(recht), veranstaltet. Am Nikolaustag ging es im Dachsaal der Wiener Urania um die Frage, wie transparent Haltung und Herkunft tierischer Lebensmittel sind. Vertreter*innen unterschiedlicher Disziplinen leisteten mit spannenden Vorträgen zur Situation in Österreich, Deutschland, der Schweiz und auch auf EU-Ebene einen wertvollen Input zur Debatte rund um eine verpflichtende Haltungskennzeichnung.


Die Vorträge zum Download

Eröffnet wurde die Tagung mit einem Vortrag von Christian Dürnberger vom Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der das Themenfeld mit einer kurzweiligen Betrachtung der Mensch-Tier-Beziehung aus ethisch-moralischer Perspketive aufmachte. 

Den konkreten Stand bezüglich vorhandener, geplanter und (leider auch) verschobener Initiativen zur Haltungs- und Herkunftskennzeichnung im deutschsprachigen Raum und auf EU-Ebene stellten Vertreter*innen aus Österreich (Petra Lehner, Arbeiterkammer), Deutschland (Claudia Salzborn, Deutscher Tierschutzbund), Schweiz (Caroline Mulle, Stiftung für das Tier im Recht) und der EU (Andreas Manz, VIER PFOTEN International) dar. 

Petra Lehner zeigte anhand einer Studie der AK Wien auf, wie wichtig eine verpflichtende Kennzeichnung in Österreich wäre. 88 Prozent der Befragten ist Tierschutz wichtig/sehr wichtig. Tierschutz zählt nach Geschmack zu den wichtigsten Kriterien im Konsumverhalten. Die Studie zeigte auch, dass die Erwartungen von Konsumenten bei Begriffen wie "Österreich", "Made in Austria" und "Regional" sehr unterschiedlich ausfallen.

In Deutschland gibt es seit 2019 eine Kennzeichnungsinitiative des Handels, mit der die Haltungsform in vier Stufen bei abgepacktem Frischfleisch- sowie Milch und Milchprodukten  dargestellt wird. Mit August 2025 soll schließlich die staatliche Tierhaltungskennzeichnung verpflichtend werden - zunächst bei unverarbeitetem, frischem Schweinefleisch. Claudia Salzborn stellte die Vor- und Nachteile vor.

Bei der Herkunftskennzeichnung gilt in der Schweiz der Grundsatz, dass Lebensmittel zum Zeitpunkt der Abgabe eine Auskunft über das Produktionsland besitzen müssen. Als Produktionsland gilt das Land, in dem Lebensmittel vollständig erzeugt, genügend bearbeitet oder verarbeitet werden. Bei der Haltungskennzeichnung wird zwischen Import und inländischen Produkten unterschieden, wie Caroline Mulle berichtete. Importierte Produkte sind entsprechend zu kennzeichnen (z.B. "aus in der Schweiz nicht zugelassener Haltungsform"). Für inländische Produkte gibt es derzeit keine Kennzeichnungspflicht. Es gibt allerdings staatlich subventionierte Tierwohlprogramme, welche auch für Werbezwecke genutzt werden können (z.B. Besonders tierfreundliche Stallhaltung – BTS).

Auf EU-Ebene steht die Umsetzung einer Haltungs- und Herkunftskennzeichnung derzeit still - obwohl im Arbeitsprogramm der EU-Kommission vom Mai 2020 die Ausarbeitung eines Vorschlags für einen Rahmen zur Kennzeichnung nachhaltiger Lebensmittel festgeschrieben wurde. Experte Andreas Manz vermutet, dass die Umsetzung aufgrund der anstehenden EU-Wahlen bewusst blockiert wird.  

NEU: Österreichische juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht (ÖjGT)

Die Idee ist bereits in den Anfangsjahren des Tier&Recht-Tags entstanden - nun folgte die Umsetzung: Am 8. Tier&Recht-Tag stellten die Juristinnen Susanne Chyba und Marlene Schaffer den im Oktober 2023 neu gegründeten Verein Österreichische juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht (ÖjGT) vor. Ziel des Vereins ist es, Tieren zu mehr Recht verhelfen, den Tierschutz zu fördern und das Tierschutzrecht weiter zu entwickeln. Weitere Informationen zum Verein und zu den Möglichkeiten der Mitgliedschaft gibt es unter www.oejgt.at.

Nach der Mittagspause sprach Christoph Winckler über Empfehlungen zur Haltung landwirtschaftlich genutzter Tiere der European Food Safety Authority (EFSA).

Anschließend berichtete Karolin Schmidt von der Universität Magdeburg, Deutschland, über die Ergebnisse einer Studie zur Wirkung von unterschiedlichen Labels auf Fleischprodukten im Sinne einer Förderung des nachhaltigeren Fleischkonsums. Im Ergebnis führte sie aus, dass bilderbasierte Labels auf Fleischprodukten eine Wirkung auf emotionaler Ebene haben und daher effektiv für die Förderung von nachhaltigerem Fleischkonsum sein können.

Den Abschluss des Tier&Recht-Tags 2023 bildete die spannende Podiumsdiskussion zum Tagungsthema "Haltung zeigen!" mit Verena Kainrath (Tageszeitung „Der Standard“), Carina Kriegl (Gesellschaft !Zukunft Tierwohl!), Andreas Manz (VIER PFOTEN International) und Rüdiger Sachsenhofer (Agrarmarkt Austria Marketing GmbH).

Wir danken allen Vortragenden, allen Teilnehmer*innen und unserer wunderbaren Moderatorin Undine Kurth für die spannende Veranstaltung und freuen uns schon auf eine Fortsetzung 2024!

Tier&Recht-Tag

Weitere Informationen zur Fachtagung der Tierschutzombudsstelle Wien und zu unseren weiteren Tätigkeiten im Bereicht des Tierschutzrechts finden Sie in unserem Schwerpunkt.

 

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