11.12.2024 | 2025 ist ein besonderes Jahr für den Tierschutz in Österreich: Das Inkrafttreten des Bundestierschutzgesetzes und damit auch die Etablierung der Tierschutzombudsstellen jährt sich zum 20. Mal. Gemeinsam mit den damaligen Akteur*innen warfen wir einen Blick in die Vergangenheit und die Zukunft.
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Der Weg zu einem bundeseinheitlichen Tierschutzgesetz war steinig und schwer. Vom Tierschutz-Volksbegehren 1996, das trotz seiner mehr als 459.000 Unterschriften von der Politik zunächst ignoriert wurde, über intensive, öffentlichkeitswirksame Kampagnen von NGOs und Medien bis letztlich hin zu langen, nächtlichen Verhandlungen. Am 27. Mai 2004 war es schließlich so weit: Das neue Bundestierschutzgesetz wurde einstimmig im Nationalrat beschlossen, am 1. Jänner 2005 trat es in Kraft. Ein historischer Moment für Österreich.
20 Jahre später fragen wir uns: Was ist vom Glanz übrig? Ist Österreich noch immer der oftmals propagierte „Vorreiter“ im Tierschutz? Oder geht die Schere zwischen damaligem Anspruch und heutiger Wirklichkeit immer weiter auseinander?
Wen schützen, wem nützen? 200 Jahre Debatten über Tierschutz
Jakob Lehne und Sarah Pichlkastner (Wien Museum)Nach der Eröffnung durch den für Tierschutz zuständigen Stadtrat Jürgen Czernohorszky und die Tierschutzombudsfrau Eva Persy begann die Tagung mit einem Rückblick. Jakob Lehne und Sarah Pichlkastner vom Wien Museum beleuchteten die historische Entwicklung des Tierschutzes in Österreich. Ihr Vortrag mit dem Titel „Wen schützen, wem nützen? 200 Jahre Debatten über Tierschutz“ bot auch dem tierschutzerfahrenen Publikum viele interessante und überraschende Einblicke.
Ein weiteres Highlight war die Premiere des Kurzfilms „20 Jahre österreichisches Bundestierschutzgesetz“. Der Film beleuchtet die Entstehung des Gesetzes und lässt bedeutende Akteur*innen von damals zu Wort kommen.
Wolfgang Wessely analysierte die juristischen Herausforderungen bei der Umsetzung des österreichischen Tierschutzgesetzes. Dabei ging er sowohl auf die aktuellen Baustellen und Hindernisse in der Gesetzgebung als auch auf die Chancen für die Zukunft und den stetigen Handlungsbedarf ein.
Ariane Kari stellte in ihrem Vortrag den österreichischen Ansatz dem Modell in Deutschland gegenüber, wo mit ihrer Position als Bundestierschutzbeauftragte seit 2023 erstmals eine zentrale Stelle geschaffen wurde. In ihrem Vortrag berichtete Kari über Erfahrungen und diskutierte, ob ein solches Modell auch für Österreich eine Zukunftsperspektive bieten könnte.
Die zweite Hälfte des Veranstaltungstages bot vielschichtige Einblicke zu der Frage
„20 Jahre Tierschutzgesetz: Wie steht es um ...
In einer abschließenden Diskussion wurden die Vorträge des Tages zusammengefasst und offene Fragen erörtert. Die Teilnehmer*innen hatten die Möglichkeit, ihre eigenen Meinungen und Ideen einzubringen, um die Zukunft des Tierschutzes in Österreich aktiv mitzugestalten.
Die Veranstaltung endete mit einem Ausblick auf das Jubiläumsjahr 2025. Eva Persy betonte in ihren Schlussworten, dass sich die Tierschutzombudsstelle Wien auch weiterhin für verbesserte Regelungen und Vollziehung in allen Bereichen der Tierhaltung und Tiernutzung einsetzen wird.
Der Tier & Recht-Tag 2024 zeigte nicht nur, dass 20 Jahre Bundestierschutzgesetz vielfältige Ansätze zur Reflexion bieten, sondern betonte auch die Wichtigkeit des Dialogs zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.
Ein besonderer Dank gilt der Moderatorin Undine Kurth sowie den Vortragenden und allen Teilnehmenden, die den Tier & Recht-Tag 2024 mit ihrem Engagement zu einem inspirierenden Ereignis gemacht haben. Die Tierschutzombudsstelle freut sich darauf, die Arbeit für die Tiere im Jubiläumsjahr fortzusetzen.